“Ich glaub ich hab was…”
Boom. Mein Stresslevel war instant erhöht, mental bereitete ich mich auf einige Tage voller “mmmmh mir geht’s so schlecht” und “kann ich noch einen Tee haben?” vor.
Sobald Manuel nur die leisesten Anzeichen einer Grippe, Erkältung oder auch nur kleineren Symptomen zeigte war ich genervt. Ich hielt es nicht aus, ihn in seinem männergrippigem Zustand zu sehen. Ich bin halt einfach keine Krankenschwester, das Um-Ihn-Kümmern stresst mich.
Seltsamerweise ging es mir aber nur mit Manuel so.
Wenn irgendeine meiner Freundinnen krank war oder jemand aus meiner Familie war ich sofort zur Stelle – “soll ich etwas einkaufen gehen?”, “brauchst du etwas aus der Apotheke?”, “willst du etwas essen?” Sogar bei meinen Haustieren war ich fürsorglicher: wenn wieder mal einer meiner Stubentiger sich irgendwie verletzt hat saß ich stundenlang ohne mit der Wimper zu zucken im Warteraum beim Tierarzt, wischte blutige Böden auf, verbrachte halbe Tage im Schneidersitz damit sie in meinem Schoß schlafen können.
Warum also ist Manuels Krank-Sein für mich so viel schlimmer?


Wenn ich krank bin (wie jetzt die letzten Tage auch) wird er zum Super-Krankenpfleger. Frühstück ans Bett (Proteinshake, Vitamine, Tee & Honigbrot) und dann noch ein vorbereitetes Krankenlager im Wohnzimmer (inkl. Ladestation, Wärmeflasche und Bücher – i mean…!)
Ich habe viel darüber nachgedacht in den letzten Tagen und ich glaube, ich weiß warum ich für Manuel nicht fürsorglich sein konnte.
Unsere bisherige Beziehungsdynamik war sehr davon geprägt, dass ich im Alltag die Yang-Energie bespielt habe. Ich habe viel geführt, Verantwortung übernommen, Entscheidungen für uns beide getroffen, geplant, war stark und viel in Gedanken. Manuel hat sich sehr in die Neutralität zurückgezogen.
Und das hat im Alltag auch so halbwegs funktioniert.
Sobald Manuel aber krank wurde und von mir auf einmal etwas Heilendes, Fürsorgliches, Kümmerndes gebraucht hätte, war mir das zu viel. Es hat mich fürchterlich gestresst, Yin & Yang bespielen zu müssen. Ich wollte mich nicht auch noch um ihn kümmern müssen, so á la: Wenn ich schon Yang sein muss dann will ich nicht auch noch Yin sein.
Das ist nur eine Theorie. Aber ich kann spüren, wie viel Wahrheit darin für mich liegt.
Denn eigentlich bin ich ein sehr fürsorglicher Mensch. Ich liebe es, etwas für andere zu können. Und ich liebe Manuel. Also sollte es wohl auf der Hand liegen, dass ich mich gerne um ihn kümmere, wenn er es braucht.
Ob dem wirklich so ist, werden wir sehen wenn Manuel das nächste Mal krank ist – denn mit dem Ausbalancieren und Umverteilen unserer Energien sollte es sich dann eigentlich anders für mich anfühlen.
Ich halte euch am Laufenden!
Eure Wochenaufgabe bis Sonntag:
Versucht einmal in euch zu gehen und Situationen zu finden, wo ihr eurem Partner gegenüber anders reagiert als bei allen anderen. Wo ihr gefühlt gegen euch selbst geht. Analysiert diese Situationen – was könnte dahinter liegen? Vielleicht auch eine Unausgeglichenheit der “Energien”?
Alles Liebe, Conni





